06.12.2011 15:05 (0 Kommentare)
Im Februar wollen sich in
Dresden erneut Neonazis aus ganz Deutschland und darüber hinaus in Dresden
treffen, um ihre geschichtsrevisionistische und menschenverachtende Ideologie
zu propagieren. Angesichts der neuerlich zu erwartenden bundesweiten
Mobilisierung der Naziszene hat der SPD-Bundesparteitag auf Initiative der
Jusos die Unterstützung der Antinaziproteste in Dresden beschlossen. Man wolle
die Dresdnerinnen und Dresdner mit dem Naziaufmarsch nicht alleine lassen und
stelle sich solidarisch an die Seite aller, die den Neonazis mit friedlichen
Mitteln entschieden die Stirn bieten wollen.
Der Beschluss betont, dass eine ehrliche Anerkennung der Vielfalt der
Protestformen notwendig ist, damit sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger
auf der Straße für demokratische Werte und gegen rechtes Gedankengut einsetzen
können. Begrüßt wird daher die Initiative zu einer zentralen Protestkundgebung
in Hör- und Sichtweite, ebenso erklärt die SPD ihre Unterstützung für das
Bündnis „Dresden Nazifrei“.
Dazu der Juso-Landesvorsitzende Tino Bucksch: „Ich freue mich insbesondere über
die Unterstützung von „Dresden Nazifrei“. Als Jusos haben wir uns in den
letzten beiden Jahren intensiv an der Kampagne „Dresden Nazifrei“ beteiligt.
Bereits letzte Woche hat der Juso-Bundeskongress einstimmig die erneute
Unterstützung des Bündnisses beschlossen. Das sich jetzt auch der
SPD-Bundesparteitag hinter das Bündnis gestellt hat, ist ein wichtiges
Zeichen.“
Über 180 rassistische und rechtsmotivierte Morde in Deutschland seit 1990, über
800 Waffenfunde in der Neonaziszene in den letzten zwei Jahren und die
niederträchtige Mordserie des selbsternannten „Nationalsozialistischen
Untergrund“ zeigten die dringende Notwendigkeit für ein breites und
entschlossenes gesellschaftliches Handeln. Naziaufmärsche seien eben nicht nur
eine einfache Meinungskundgabe, sondern säten Menschenfeindlichkeit, Intoleranz
und Hass, die die Grundlage für Einschüchterungen, Körperverletzungen und Morde
seien.
„Im Februar werden wieder hunderte Jusos aus dem gesamten Bundesgebiet nach
Dresden kommen, um mit uns gemeinsam den Naziaufmarsch zu blockieren. Rassismus
und Neonazismus treten wir entschlossen entgegen. Wir werden keinen Meter
weichen, wenn gewaltbereite Schläger ihre Nazipropaganda auf die Straße tragen
wollen. Die Unterstützung durch den Bundesparteitag bestärkt uns in unserer
Entschlossenheit, uns nicht einschüchtern zu lassen und unser legitimes Recht
auf Protest wahrzunehmen“, so Bucksch abschließend.